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„Ein Vorbild gelebter Nächstenliebe“

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Zehn-Prozehnt-Aktion feiert Jubiläumsgottesdienst

Für Bea Ackermann war es ein Tag zum Dankbar-Sein. Seit Jahrzehnten ist die Auringer Pfarrerin ehrenamtliche Vorsitzende der Zehn-Prozent-Aktion. Souverän hat sie mit Hilfe des Aktionskreises und des unbekannten „Mister Zehn-Prozent“ die Wiesbadener Spendeninitiative in ihr Jubiläumsjahr geführt:

Seit 50 Jahren gelingt es, dass ein anonymer Spender jährlich rund zehn Prozent seines Einkommens für Projekte kirchlicher Entwicklungshilfe in aller Welt zur Verfügung stellt, die er freigibt, wenn sich genügend weitere Spenderinnen und Spender finden – in den vergangenen fünf Jahrzehnten sind 9,3 Millionen Euro zusammengekommen.

Für Ackermann eine überwältigende Zahl: „Wir danken Gott, dass seit 50 Jahren unzählige kleine und große Spender von ihrem Geld abgegeben und geteilt haben“, sagte sie am Sonntag (5. Mai) im Dank- und Jubiläumsgottesdienst in der Bergkirche. „Der aktuelle Mr. Zehn-Prozent und sein Vorgänger, der Gründer der Zehn-Prozent-Aktion, sind und bleiben für uns ein großes Vorbild gelebter Nächstenliebe“, so die Pfarrerin.

Zahlreiche Spenderinnen und Spender, Weggefährten, Freunde und Förderer der Zehn-Prozent-Aktion waren in die Bergkirche gekommen, um das Jubiläum mitzufeiern, darunter unter anderem die ehemaligen Dekane Gerhard Müller und Erich Kreyscher, aber auch Cornelia Füllkrug-Weitzel, Leiterin von Brot für die Welt, und Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel. Um das Motto des Gottesdienstes „Eine Welt“ eindrücklich deutlich zu machen, zogen Kinder mit einer riesigen Weltkugel in die Kirche ein und sangen gemeinem „Wir sind Kinder einer Welt“.


Festprediger des Gottesdienstes war Dekan Dr. Martin Mencke, der sich ebenso beeindruckt zeigte, von der Hilfsbereitschaft der Menschen in den vergangenen Jahrzehnten: „50 Mal zusammenkommen, zusammenstehen, zusammenlegen, um zu helfen. Jemand gibt sich und vielen Bekannten und Unbekannten eine Aufgabe: gebt, gebt ab von dem, was ihr habt. Gebt, denn ihr habt reichlich. Gebt, denn teilen macht reich.“
In seiner Predigt betonte Mencke, dass christlicher Glaube nicht aufgehe in quietistischer Tatenlosigkeit, sondern in befreites Zupacken resultiere. „Unsere eine Welt zieht und treibt uns dahin, die Hände nicht nur in den Schoß zu legen, nicht resigniert gen Himmel zu schauen, sondern mit dem, was wir empfangen haben, unseren Teil zur Besserung der einen Welt beizutragen.“
Denn Christen, so Mencke, wissen und glauben, dass sie alles empfangen haben. Ihre Begabungen, ihre Lebensmittel, die Luft zum Atmen und den Raum zur Entfaltung. Er rief dazu auf, der Mentalität eines „das steht mir doch zu“ oder „das hab ich doch verdient“ entgegenzuhalten: „Was hast du, das du nicht empfangen hättest“ (1. Kor 4).

Für den anonymen Mister-Zehn-Prozent, der sein Grußwort vorlesen lies, ist das Teilen bis heute der entscheidende Kern der Zehn-Prozent-Aktion: „Durch das Teilen entscheiden sich Menschen bewusster und entschiedener zu leben, nicht nur Almosen zu geben oder ab und zu etwas zu spenden, sondern sein Einkommen – welcher Art auch immer – mit denen zu teilen, die es nötiger haben.“

Mit einem Betrag von 9,3 Millionen Euro hat die Zehn-Prozent-Aktion seit ihrer Gründung rund 230 Projekte in 70 Ländern weltweit und fast 70 Hilfsprojekte „vor der Haustür“ in Deutschland gefördert. Die Schirmherrschaft hat seit 1981 Brot für die Welt. Träger ist das Evangelische Dekanat Wiesbaden.
Die 51. Spendenaktion hat Anfang April dieses Jahres begonnen und dauert bis 31. März 2020. Es werden 366 Mitspenderinnen und -spender gesucht. „Mister Zehnprozent“ wird 25.000 Euro dazugeben. Es werden Projekte unterstützt in Nigeria, um dort die Trinkwasserqualität zu verbessern (30.000 Euro), in Indien, um Latrinenreiniger*innen ein würdevolles Leben zu ermöglichen (60.000 Euro) und im Libanon, um dort jungen Menschen Zukunftschancen zu eröffnen (30.000 Euro). Das Projekt „vor der Haustür“ sind die Lilienkicker Wiesbaden, ein Fußballprojekt des Diakonischen Werks für Wohnungslose und sozial ausgegrenzte Menschen (10.000 Euro).

Spendenkonto: Evangelische Bank eG Kassel
IBAN: DE31 5206 0410 0004 0444 44

Weitere Informationen zur zehn-Prozent-Aktion: www.zehn-prozent-aktion.de


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