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Wann ist ein Held ein Held?

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Schwarzlichttheater feiert gelungene Premiere

Ein greiser König liegt im Sterben und hat zwei Söhne: Einer von den beiden, Kante, der titelgebende Held der diesjährigen Schwarzlichtproduktion „Verkantet“, will beweisen, dass er ganz allein den Vater und das Königreich retten kann. Heroisch zieht er los....

... und macht sich auf die Suche nach einem Zaubertrank, dem Wasser des Lebens, das seinem Vater vor dem drohenden Tod bewahren soll. Sein Bruder Juunos kann sich mit dem heldenhaften Gehabe von Kante nicht anfreunden, er zieht sich lieber zurück und vertieft sich in seine Bücher.

„Verkantet – Einmal Held und zurück“ ist die neue Schwarzlichtproduktion des Evangelischen Stadtjugendpfarramts. Das Stück, das am Donnerstagabend eine gelungene Premiere gefeiert hat, ist frei nach dem Grimmschen Märchen „Das Wasser des Lebens“ erzählt.

Auf seiner Suche nach dem Wasser des Lebens muss Kante mit seiner treuen Fee Samvete einige Abenteuer erleben: Er kämpft gegen einen Drachen, muss fremde Königreiche finden und lernt hungernde und zu Stein erstarrte Völker kennen. Außerdem trifft er auf eine verwunschene Prinzessinnen. Am Ende gelingt Kante zwar, das Wasser des Lebens zu destillieren und nach Hause zu bringen, doch es kommt dann doch anders als erwartet.

Den Schauspieler*innen gelingt es, eine Fülle von starken Bildern und Motiven auf die Bühne zu bringen, dennoch wirkt die Handlung teilweise etwas zersplittert. Die zahlreichen Schwarzlichtszenen sind die stärksten Momente des Abends. Oft deuten sie ausdrucksstark auf die märchenhafte Fantasiewelt hin, etwa, wenn Kante mit dem Drachen kämpft – eine großartige Szene – oder wenn Nebelgeister aufsteigen.

Manchmal symbolisieren die Schwarzlichtszenen eine unheimliche Zwischenwelt – zwischen Leben und Tod, Traum und Wirklichkeit. Die Aufführung lebt außerdem von einem ausdrucksstarken Bühnenbild sowie detailgetreuen Kostümen und Requisiten. Musik und Ton erzeugen darüber hinaus ein stimmiges Gesamtbild.

Das Stück ist vielschichtig, es stellt vor allem die Frage nach dem Helden neu. Kante gelingt es zwar das Wasser des Lebens zu finden und mit nach Hause zu nehmen, aber unterwegs verliert er seine treue Fee Samvete.

Menschen öffnen ihm die Augen darüber, dass sein Vater, der König, dem er eigentlich das Leben retten will, sein Volk unterdrückt.

Was macht einen Held zum Held? Kante hat zwar wahren Heldenmut bewiesen, doch was bringt es? Und ist ein schillernder Held, der auf die Hilfe anderer angewiesen ist, am Ende nicht vielleicht sogar der bessere Held?

„Verkantet“ ist eine gemeinschaftlich erarbeitete Produktion von jungen Erwachsenen rund um das Evangelische Stadtjugendpfarramt.

Rund 25 Akteure vor und hinter der Bühne sind beteiligt, die Gesamtleitung hat Klaus Kosmehl. Das Drehbuch zu „Verkantet“ hat Linnert Arndt geschrieben, für Kostüme und Requisiten ist federführend Heidi Bochenek zuständig, Regie führten Fa-Rung Rath und Timo Schipper.

Weitere Aufführungen sind am 10. und 11. Mai jeweils 19.30 Uhr und am Sonntag, 12. Mai, um 17 Uhr im Stadtjugendpfarramt (Fritz-Kalle-Straße 38-40, 65187 Wiesbaden). Karten für 8 Euro, ermäßigt 4 Euro gibt es an der Abendkasse.

Hintergrund:
Das Schwarze Theater des Evangelischen Stadtjugendpfarramtes gibt es mittlerweile seit 18 Jahren. Es ist nicht nur zu einer festen Größe im Stadtjugendpfarramt, sondern auch in der Jugendkulturszene der Stadt geworden. Zu den Vorstellungen im Bonhoefferhaus kommen pro Jahr rund 400 bis 500 Zuschauer. Fast jährlich formiert sich die Gruppe zum Teil neu. Rund 100 Jugendliche haben in den vergangenen 18 Jahren beim Schwarzen Theater mitgewirkt. Aktuell besteht die Theatergruppe aus mehr als 20 jungen Menschen zwischen 15 und 40 Jahren. Die Leitung hat Stadtjugendreferent Klaus Kosmehl.


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