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Matthias Welsch ins Amt eingeführt

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Neuer stellvertretender Dekan in Wiesbaden

Das evangelische Dekane-Amt in Wiesbaden ist wieder komplett: Pfarrer Matthias Welsch (rechts) leitet künftig an der Seite von Dekan Dr. Martin Mencke und dem Dekanatssynodalvorstand das Dekanat Wiesbaden. Er folgt damit auf die Pfarrer Gerhard Müller und Sunny Panitz, die beide im vergangenen Jahr in den Ruhestand verabschiedet wurden.

Welsch wurde am Sonntag (24.2) offiziell in sein Amt eingeführt (die komplette Predigt im Wortlaut: hier).

Zahlreiche Menschen aus dem Dekanat und darüber hinaus sowie Weggefährten, Freunde und Familie feierten mit ihm den Gottesdienst in der Marktkirche, darunter auch der katholische Stadtdekan Klaus Nebel, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Diakonie Hessen Wolfgang Gern, Sozialdezernent Christoph Manjura und Stadtverordnetenvorsteherin Christa Gabriel.

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Dekan Mencke war die Erleichterung anzumerken: „Was bin ich froh, dass dieser Tag gekommen ist – endlich liegt die Last und Verantwortung wieder auf vier Schultern“, sagte er in einer Ansprache. Dass Welsch mit seinem „bunten Lebensweg“, seiner großen Management-Erfahrung in sozialen Unternehmen und theologisch von Karl Barth geprägt, für diese Aufgabe geeignet ist, daran ließ Mencke keinen Zweifel: „Wir freuen uns auf Dich und Deine Gaben. Denn die Aufgaben – von der Doppik bis zum Kinderkirchentag, von der Verwaltungsprüfung bis zur Singakademie – sind vielfältig.“


Im Hinblick auf den Wochenspruch – „Wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie es bei der Verbitterung geschah" (Hebr 3,15) – erinnerte Mencke daran, dass das Dekane-Amt eines sei, in dem man hinhören müsse: „Dieser Spruch soll über dem Dienst stehen. Wir sind zuerst als Hörende unterwegs, als Hörende in unserer Welt. Und wir vertrauen darauf, dass Gott uns das Herz öffnet.“

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Pfarrer Matthias Welsch (54) stammt gebürtig aus Berlin und ist der Sohn zweier evangelischer Buchhändler. Aufgewachsen ist er im Rhein-Main-Gebiet, studiert hat er in Frankfurt, Göttingen und Heidelberg. Wiesbaden ist dem 54-jährigen Welsch nicht unbekannt: In den 90er-Jahren war er drei Jahre Pfarrer der Kostheimer Stephanusgemeinde. Die Zeit hat er als sehr intensiv in Erinnerung: „Die Arbeit mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden in Kostheim war hochspannend und pädagogisch eine große Herausforderung – ich hab da sehr viel gelernt“, sagt er rückblickend. In Wiesbaden fällt ihm auf, dass die Schere zwischen Arm und Reich weit auseinandergeht. „Das hab ich vor 25 Jahren in Kostheim schon wahrgenommen, und ich hab das Gefühl, dass sich das nicht geändert hat“, so der Theologe.

Von Kostheim ging Welsch zunächst in den Kreis Offenbach nach Ober-Roden, wo er zwölf Jahre als Gemeindepfarrer blieb, um dann als Theologischer Vorstand in das Frankfurter Diakonissenhaus zu wechseln. Mehrere Jahre lang war er in dieser Funktion auch Mitglied im Aufsichtsrat der Agaplesion gAG. „Ich habe bei Agaplesion gelernt, wie man strategisch denkt und plant – und das macht mir bis heute sehr viel Freude“, sagt er. Denn es ist nach seiner Ansicht auch für die Kirche entscheidend genau hinzuschauen: Wie ist die Situation jetzt? Wie müssen wir darauf reagieren, was sind die Potenziale, und was ist die Vision? „Ich nehme im Moment bei vielen eher eine Hilflosigkeit angesichts der gesellschaftlichen Lage wahr. Man sieht den demografischen Wandel und den religiösen Traditionsabbruch, tut sich aber schwer damit, die Weichen entsprechend zu stellen“, so Welsch.

Seine Aufgabe als stellvertretender Dekan sieht er auch darin, Kirchengemeinden im strategischen Denken zu unterstützen: „Wir müssen Gemeinden bestärken, strategisch darüber nachzudenken, wo sie ihre Schwerpunkte setzen.“

In Wiesbaden, davon ist er überzeugt, müssen die Gemeinden mehr kooperieren – miteinander und darüber hinaus: „Wir müssen den Sozialraum analysieren und stärker in Quartieren denken und uns vernetzen. In diese Richtung werden wir als Kirche gehen müssen.“


Einen der größten Schätze der Kirchengemeinden sieht er in den Kindertagesstätten – im gesamten Dekanat Wiesbaden sind es immerhin 39 Einrichtungen in evangelischer Trägerschaft. In der Landeshauptstadt ist das Dekanat der größte freie Träger. Für die Gemeinden, so Welsch, sei das eine riesige Chance auch kirchenferne Menschen zu erreichen. „Eltern, die ihre Kinder in einer Kita haben, sind hochgradig ansprechbar – mit denen kann man arbeiten, auch religiös.“

Um das Dekanat besser kennenzulernen, hält er in den nächsten Monaten in vielen Kirchengemeinden Sonntagsgottesdienste, unter anderem am 24. März (10 Uhr) in der Paul-Gerhardt-Gemeinde im Kohlheck, am 28. April (9.30 Uhr) in der Stephanusgemeinde in Kostheim und am 9. Juni (10.30 Uhr) in der Michaelsgemeinde Kostheim.

Gottesdienste zu gestalten, ist immer noch eine große Leidenschaft von ihm: „Ich halte sehr gerne Gottesdienste in allen Formen, mir ist Liturgie wichtig und ich lese und schreibe gerne theologische Texte – da schlägt mein Herz.“

Matthias Welsch ist Vater von drei erwachsenen Kindern und bereits im vergangenen Jahr mit seiner Frau nach Wiesbaden in den süd-östlichen Stadtbezirk Weidenborn gezogen. Ins Dekanat fährt er, wann immer es geht, mit dem Fahrrad. Wie eine lebenswerte Stadt aussehen kann auch im Hinblick auf die Mobilität, ist für ihn auch eine theologische Frage: „Die Bibel ist voll von solchen Visionen. Deswegen sind wir auch als Kirche gefragt, die Stadt der Zukunft menschenfreundlich mitzugestalten.“

 Predigt zur Einführung im Wortlaut


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