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„Angst überwinden – Brücken bauen“

"Woche der Brüderlichkeit" geht weiter

Flüchtlingskrise und islamistische Terroranschläge haben in weiten Teilen der Bevölkerung Verunsicherung ausgelöst. Dies führt zu einem Gefühl der Bedrohung und zu Ängsten gegenüber dem „Anderen“ und dem „Fremden“.

Nationalistische Parteien und Organisationen nutzen diese Ängste um den Hass gegen Flüchtlinge, Muslime und Juden, gegen alle, die angeblich die deutsche Kultur, die christlichen (?) Werte bedrohen, zu schüren. Politisch Verantwortlichen, „der Politik“, wird vielfach vorgeworfen, gegen die Interessen der Menschen zu handeln. In dieser Situation fordert das Motto "Angts überwinden - Brücken bauen" auf, die Angst, das Gefühl der Bedrohung einerseits ernst zu nehmen und andererseits durch Informationen und Begegnungen zu helfen, Ängste abzubauen und gemeinsam tatsächlichen Bedrohungen zu begegnen.

In seinem Vortrag am Dienstag, 13. März, um 19.30 Uhr im Haus an der Marktkirche setzt sich Professor Dr. Johannes Heil, Rektor der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg mit dem Motto der Woche der Brüderlichkeit aus christlich-jüdischer Sicht auseinander. Nach der Shoah ist ein langer Prozess der Selbstüberprüfung in Gang gekommen, zuerst mit christlichen Standortbestimmungen, die den Willen zu einer veränderten Sicht auf das Judentum erkennen ließen. Zuletzt sind von jüdischer Seite wegweisende Erklärungen formuliert worden. Der Vortrag zeichnet den langen Weg hin zum Dialog nach und unternimmt eine Bestandsaufnahme - wie tragfähig sind heute die Brücken, die da errichtet wurden? Dabei wewrden auch die weiterhin „offenen Baustellen“ abgesprochen werden.

Im Mittelpunkt des traditionellen „Abend der Begegnung“ in der Jüdischen Gemeinde findet am Donnerstag, 15. März, um 18 Uhr steht die die „Zedaka“ - die Wohltätigkeit.
Anatoli, Purnik von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) wird in seinem Vortrag die Grundlagen für das jüdische Verständnis von Wohltätigkeit erklären und deren Umsetzung darstellen.
Anmeldungen bitte bis 11. März 2018. Kosten für Bewirtung: 4 Euro.

Das Konzert zum Abschluss der Woche der Brüderlichkeit findet am 18. März um 16 Uhr im Roncalli-Haus statt.
Auf neuen Wegen - Kompositionen des frühen 19. Jahrhunderts für Geige, Flöte und Harfe, aufgeführt vom Ensemble Lumaka, Amsterdam mit Jana Machalett (Querflöte), Saskia Viersen (Violine), Miriam Overlach (Harfe).

Die Komponisten dieses Programmes haben in ihrem Leben neue Wege und Aufbrüche zu Neuem genommen oder (als Juden) nehmen müssen und in ihrem Komponieren verarbeitet. Oft gereist, umgezogen oder geflohen sind sie Globetrotter und Weltbürger ihrer Generation, vereinen Stile und Traditionen der Musik verschiedener Orte.
Dem Ensemble Lumaka gehören Solisten und Musiker*innen aus niederländischen Spitzenorchestern, wie dem Koninklijk Concertgebouworkest (Königliches Konzertgebäude-Orchester) und dem Niederländischen Philharmonischen Orchester an. Das Ensemble führt vor allem klassische Musik vom Anfang des letzten Jahrhunderts auf, darunter auch teils unbekannte und in Archiven verschollene Werke.
Vom Kulturamt unterstützt.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Hintergrund
Seit 1952 Jahren veranstalten die im „Deutschen Koordinierungsrat“(DKR) zusam¬men¬ge-schlossenen „Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit“ im März eines jeden Jahres die „Woche der Brüderlichkeit“. In allen Teilen des Landes werden aus diesem Anlass die unterschiedlichsten Veran¬staltungen angeboten, um auf die Zielsetzung der Gesellschaften und das jeweilige Jahresthema hinzu¬weisen.
Bei der zentralen Eröffnungsfeier, die in diesem Jahr am in Recklinghausen stattfindet, verleiht der Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Deutschland alljährlich die Buber-Rosenzweig-Medaille an Personen, Institutionen oder Initiativen, die sich um die Verständigung zwischen Juden und Christen, gegen Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit verdient gemacht haben. Preisträger 2018 ist der Musiker Peter Maffay.


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