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Der Opfer des NS-Regimes gedenken

Wiesbaden begeht den Gedenktag mit Kulturveranstaltungen
Der Gedenktag für die NS-Opfer wird in Wiesbaden unter anderem mit zwei Kulturveranstaltungen begangen. Das Konzert "Jüdische Klangwelten" mit Monica Gutman (Piano) und Ramón Jaffé (Cello) am Sonntag, 28. Januar, um 17 Uhr findet im Festsaal des Rathauses statt.

Das Duo lässt einen weiten Spannungsbogen von Musik jüdischer Komponisten wie Ernest Bloch und Leon Gurvitch erklingen und schlägt auch eine Brücke zum Flamenco, der Musik der spanischen Gitanos, deren Schicksal viele Parallelen zu dem des jüdischen Volkes aufweist. Mit Beethovens Variationen über das berühmte Thema Tochter Zion aus Händels „Judas Makkabäus“ und dem Kol Nidrei von Max Bruch werden zwei Werke christlicher Komponisten aufgeführt, welche sich mit jüdischen Inhalten auseinander gesetzt haben.
Einer der Höhepunkte des Abends wird die Uraufführung der Anne Frank Suite für Violoncello und Klavier von Leon Gurvitch sein. Der aus Minsk stammende, in Hamburg lebende Komponist hat das Stück eigens für dieses Konzert komponiert. Er wird bei der Uraufführung anwesend sein. Eintritt frei. Veranstalter ist die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Wiesbaden, die Jüdische Gemeinde Wiesbaden, die Deutsch-Israelische Gesellschaft Wiesbaden und der Freundeskreis Kfar Saba.

Unter der Maxime "Das denkende Herz" liest Evelyn Faber (Staatstheater Wiesbaden) aus den Tagebüchern der 1943 in Auschwitz ermordeten Niederländerin Etty Hillesum am Donnerstag, 1. Februar, 19.30 Uhr im Literaturhaus Villa Clementine.

Am 30. November 1943 wurde die kreative Niederländerin, Tochter einer liberal jüdischen Familie, 29-jährig in Auschwitz ermordet worden. Die Tagebücher der studierten Juristin geben bewegenden Einblick in die Selbstfindung einer hochbegabten und lebenssprühenden Frau, die die fortschreitende Knechtung durch die Nazi-Besetzung miterlebt und reflektiert. Politisch hellwach, gehen spirituelle Entwicklung und soziales Engagement bei ihr Hand in Hand und werden eindrücklich beschrieben. Zunächst als freiwillige Sozialarbeiterin im Auffanglager Westerbork engagiert, wird sie ab Mitte 1943 dort mit ihrer Familie inhaftiert bis zur Deportation am 7.9.43. Ihre Tagebücher sind - wie die der jüngeren Anne Frank und ganz anders – ein großes Dokument jüdischer Menschlichkeit, bis zuletzt ohne jeden Hass und in Zuversicht, entschieden und klar ein versöhnteres Leben nach dem Krieg im Blick.

Eintritt: VVK 5 Euro / erm. 3 Euro zzgl. Gebühr und Abendkasse: 8 Euro / erm. 6 Euro. Veranstalter ist die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Wiesbaden.

Der nationale und internationale Gedenktag am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, gilt allen Opfern des NS-Regimes.
Die Veranstaltungen zum Gedenktag werden vom Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden in Kooperation mit folgenden bildungs- und erinnerungspolitisch engagierten Institutionen und Vereinen durchgeführt:

  • Jüdische Gemeinde Wiesbaden,
  • Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit,
  • Evangelischen Stadtakademie,
  • Hessischen Landeszentrale für politische Bildung,
  • frauen museum wiesbaden,
  • vhs wiesbaden,
  • Aktives Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden,
  • Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ / Rhein-Main,
  • Studienkreis Deutscher Widerstand 1933–1945,
  • Katholische Erwachsenenbildung,
  • Martin-Niemöller-Stiftung,
  • Deutsch-Israelischen Gesellschaft – Arbeitsgemeinschaft Wiesbaden,
  • Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung.

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