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Dekan Joachim Tolksdorff gestorben PDF Drucken E-Mail

Trauer um ehemaligen Wiesbadener Kreuzkirchenpfarrer
„Man feierte ihn als Mann der Versöhnung und der klaren Worte.“ Mit diesem Satz begann in der Wiesbadener Lokalpresse der Text zur Verabschiedung des Kreuzkirchenpfarrers und Dekans Joachim Tolksdorff im November 1999. Ein Jahr zuvor hatte ein Schlaganfall sein Wirken urplötzlich beendet.

Der Mann des aufrechten Gangs benötigte einen Stock. „Du hast Dein Tagwerk verrichtet, bis Dir die Sprache versagte“, formulierte der damalige Vorsitzende der Dekanatssynode, Wilhelm Dammeier. Nun ist Tolksdorff 82-jährig gestorben.

Engagement für Teestube und Diakonie

In der Kreuzkirchengemeinde, an der er von 1973 an Pfarrer war, wurde Tolksdorff förmlich verehrt. Als Prediger, als Seelsorger, als Mensch. Der Theologe war ein großer Freund der Musik, spielte selbst Orgel und Oboe und war Vorsitzender der Kammer für Kirchenmusik in der hessen-nassauischen Landeskirche (EKHN).

Er engagierte sich für die Teestube der Diakonie und für die Kriegsflüchtlinge, die in den 90er-Jahren in Scharen vom Balkan ins Land strömten. Und Tolksdorff scheute auch nicht davor zurück, sich als Dekan für Wiesbaden-Mitte in die Stadtpolitik einzumischen.

Als Anhänger der Ökumene war er Vorsitzender des Wiesbadener Arbeitskreises Christlicher Kirchen. Und er gestaltete die neue Struktur der evangelischen Kirche aktiv mit, sorgte entscheidend mit dafür, dass knapp zwei Monate nach seiner offiziellen Verabschiedung, am 1. Januar 2000, aus den drei Alt-Dekanaten Wiesbaden-Mitte, Wallau und Rheingau das neue Dekanat Wiesbaden wurde. Das war die erste bedeutsame Fusion in der EKHN.

Autor: Heinz-Jürgen Hauzel
Quelle. Wiesbadener Kurier, 16. Oktober 2017


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