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Dekanat übernimmt Trägerschaft der Familienbildungsstätte - Synode beschließt einstimmig

Zum 1. Januar 2018 wird die Evangelische Familienbildungsstätte (FBS) in die Trägerschaft des Dekanats übergehen. Das hat die Wiesbadener Dekanatssynode auf ihrer Herbsttagung in der Matthäuskirchengemeinde einstimmig beschlossen. Präses Gabriele Schmidt (links im Bild) kommentierte den so eindeutigen Beschluss der Synode in Richtung der FBS-Mitarbeiterinnen erleichtert: „Liebe FBS – Ihr gehört jetzt zu uns – und zwar einstimmig.“

Der Übergang wurde mehr als ein Jahr intensiv geprüft und vorbereitet. Bereits vor einem Jahr hat sich die FBS – die bereits im Haus an der Marktkirche in unmittelbarere Nachbarschaft zum Dekanat beheimatet ist – der Synode erstmals vorgestellt, weitere Runden im Dekanatssynodalvorstand folgten. Darüber hinaus wurde eine externe Prüfung beauftragt, die ergab, dass die FBS Wiesbaden derzeit und in der jüngeren Vergangenheit anders als andere Standorte der Familienbildung einen Überschuss von rund 10.000 Euro pro Jahr erwirtschaftet. Dass diese gute Situation nicht automatisch für die Zukunft garantiert sei, darauf wies Dekan Dr. Martin Mencke hin: „Es werden immer wieder einzelne Projekte oder Arbeitsbereiche auslaufen und zugleich neue gewonnen werden müssen. Familienbildung ist eine dynamische Aufgabe.“

EKHN beteiligt sich an Kosten

Bisher ist die FBS in Trägerschaft des „Verbandes Evangelischer Frauen in Hessen und Nassau“, der als Verein organisiert ist. Dieser signalisierte bereits frühzeitig, dass er die Familienbildungsstätten aus finanziellen Gründen nicht mehr weiter tragen könne. Daraufhin hat die Kirchenleitung die Dekanate gebeten, zu sondieren, ob eine Übernahme möglich sein könnte. Die Gesamtkirche wird sich wie bisher auch an den Kosten mit einem Zuschuss beteiligen: für die FBS Wiesbaden derzeit in Höhe von etwa 170.000 Euro.

Dekan Dr. Martin Mencke ist froh, dass der Übergangsprozess einen so positiven Verlauf genommen hat: „Wir freuen uns auf die Fortsetzung der fruchtbaren Kooperation in diesem wichtigen Arbeitsfeld. In 14 Kirchengemeinden vom Rheingau bis nach Wallau ist die FBS aktuell aktiv. Wir hier in Wiesbaden haben einen echten Schatz in der Familienbildung.“

Künftig wird ein geschäftsführender Ausschuss gebildet. In der einstimmig beschlossenen neuen Satzung werden unter anderem die Zuständigkeiten von Synode, Dekanatssynodalvorstand und Ausschuss geregelt.

Kita-Trägerschaft: "Da wächst etwas"

Auf einen erst in jüngster Vergangenheit beschlossenen Trägerwechsel schaute der stellvertretende Dekan Gerhard Müller zurück: Zu Beginn des Jahres 2017 sind 28 evangelische Kindertageseinrichtungen in die Trägerschaft des Evangelischen Dekanats übergegangen. Zwei Sachbearbeiterinnen kümmern sich derzeit um mehr als 500 Mitarbeitende aus den Kita-Einrichtungen, künftig werden sie stundenweise noch von einer weiteren Kraft unterstützt. Für Gerhard Müller ist trotz der Mammut-Aufgabe, die er mit den Kolleginnen derzeit leistet, dennoch klar: „So langsam beginnt etwas zu wachsen. Das merkt man besonders in den gemeinsamen Runden der Kita-Leiterinnen und -Leiter. Es wird sehr offen gesprochen und sich ehrlich miteinander ausgetauscht. Das finde ich wunderbar und stärkt auch mich persönlich“, so Müller.

Das Ziel der gemeindeübergreifenden Trägerschaft - kurz GüT - sei es, alles dafür zu tun, und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass in den Einrichtungen die pädagogischen Aufgaben wahrgenommen werden können. Mittlerweile könne man in vielen Personaldingen rasch Auskunft geben, außerdem sei Personalentwicklung über die einzelne Einrichtung hinaus möglich, so Müller. Kleine präzisierende Änderungen an der Satzung beschloss die Synode nicht ganz widerspruchslos: Es wurde aus Klarenthal darauf hingewiesen und in der Satzung schlussendlich auch berücksichtigt, dass Einstellungen neuer Kita-Leitungen und -Mitarbeitenden mit der Kirchengemeinde abzustimmen seien. Verwiesen wurde dabei nochmals auf den Vertrag, den Gemeinde und Dekanat abgeschlossen haben, in denen solche Beteiligungen explizit geregelt sind.

"Wir haben 2017 ein großartiges Programm zusammengestellt"

Auch wenn einer der Höhepunkte des Reformationsjubiläumsjahres noch kommt – die große Reformationsnacht der Landeskirche mit Empfang, Party, Kabarett und Lichtinstallation am Vorabend des Reformationstages, 30. Oktober, 19 Uhr, in der Wiesbadener Lutherkirche – wagte Dekan Mencke dennoch bereits einen Rückblick auf das Jubiläumsjahr: „Ein großartiges Programm konnten wir zusammenstellen“, resümierte er. „In vielen Gemeinden war 2017 willkommener Anlass zu besonderen Veranstaltungen – Vorträgen, Kabarett, Feiern, Gottesdienste, Fahrten, Rundgänge, Essen.“

Man reibe sich hier in Wiesbaden manchmal die Augen, was in den bundesdeutschen Gazetten gerungen und gestritten werde: „Die letzte Party des deutschen Gremienprotestantismus. Millionen und Abermillionen verschwendet. EKD und Staat haben feiern wollen, aber kaum jemand sei gekommen – so heißt es. Das aber ist von uns hier in dieser Landeshauptstadt nicht zu bestätigen. Einige waren auf dem Kirchentag in Berlin und Wittenberg, einige zur Weltausstellung. Viele waren begeistert. Und was konnten wir hier feiern: Es war ein tolles Fest am 25. Juni 2017 auf dem Schlossplatz.“ Er verwies auf das Motto „Darauf stehe ich“, das durch das Jahr getragen habe, auf den roten Sockel auf dem Schlossplatz, auf den immer noch zahlreiche Wiesbadener und Besucher hinaufsteigen und auf das Theaterstück der „Dramatischen Bühne“, das, wegen des großen Erfolgs, am 22. Oktober erneut in einer Bühnenfassung in der Lutherkirche aufgeführt wird.

Dennoch: „Viel bleibt uns auch in unserer Kirche noch zu tun“, so Mencke. „Aber wir können es fröhlich und getragen tun. Und wir dürfen dabei nicht vergessen, dass es sich lohnt, den Blick immer wieder nach oben zu wenden. Weg von den Händen, den Smartphones und Tablets. Weg von den Händen, die sich dann öffnen zum Beten. Und hin nach oben. Zu einem Himmel der offen ist. Das wünsche ich uns.“

Wiesbaden gehört jetzt zur Propstei Rhein-Main

In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau hat sich der Zuschnitt der Propsteien verändert: Wiesbaden wird künftig Teil der Propstei Rhein-Main sein – neben den Dekanaten Wiesbaden, Kronberg, Hochtaunus, Rheingau-Taunus werden Frankfurt und Offenbach hinzukommen. Dienstsitz des Propstes bleibt aber Wiesbaden. Das verkündete Propst Oliver Albrecht den Wiesbadener Synodalen. Die neu zugeschnittene Propstei besteht aus 228 Kirchengemeinden mit insgesamt 414.000 Mitgliedern. Die Propstei werde städtischer und homogener, so Albrecht und fügte hinzu: „Für Wiesbaden wird sich aber spürbar nichts ändern.“

Er appellierte darüber hinaus an die Synodalen, sich stärker miteinander zu vernetzen, denn Personal und Geld werden künftig knapper. „Ich bin nicht hier, um etwas schön zu reden, sondern um etwas gut zu machen“, so Albrecht und erklärte weiter: „Gemeinschaft entsteht, wenn wir Schwächen und Stärken zusammenlegen. Ich träume von einer Kirche, in der nicht zuerst der Plan und das Konzept stehen, sondern die Menschen. Und was diese Menschen dann wollen und können – das ist Kirche.“


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