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Unionsfest in Idstein PDF Drucken E-Mail

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Festwochenende anlässlich 200 Jahre Nassauische Union

Vom 11. bis zum 13. August feiern die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Kirchengemeinde Idstein, und das Evangelische Dekanat Rheingau-Taunus sowie viele Kirchengemeinden im Umland „200 Jahre Nassauische Union“. Die Feierlichkeiten finden in der Europäischen Reformationsstadt Idstein statt, die 2016 diesen Titel offiziell aus Wien verliehen bekommen hat.

Festakt in Unionskirche unter anderem mit Malu Dreyer

Den Auftakt der Feierlichkeiten macht am 11. August um 19 Uhr ein Festakt in der Unionskirche, an dem unter anderem die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, der hessische Kultusminister Alexander Lorz, der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung sowie der pfälzische Kirchenpräsident Christian Schad teilnehmen. Die Festrede wird Alt-Bischof Axel Noack (Halle) halten. Bei der Veranstaltung sollen auch zwei neue „Unionsfenster“ in der Kirche feierlich ihrer Bestimmung übergeben werden. Ende Juni war die prachtvolle Kirche nach über drei Jahre dauernden Renovierungsarbeiten wieder eröffnet worden. Die Unionskirche in Idstein gilt als eines der bedeutendsten Baudenkmäler der EKHN. Die Veranstaltung ist öffentlich zugänglich und Gäste willkommen.

40 Stände in der Innenstadt
Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten im August 2017 für Bürger und die Öffentlichkeit ist das Unionsfest am Samstag, den 12. August. Von 10 bis 16 Uhr gibt es Angebote rund um das Motto „Unterschiede überwinden – gemeinsam feiern.“ Druckerpresse, Segenspavillon, Erzählzelte, Stadtführungen, den Alterssimulationsanzug AleX, Tombola, das Rheingauer Inklusionsmobil sind unter anderem vor Ort. Wer will kann zudem an einer Unionsbibel mitschreiben, oder sich mit Gänsekiel und Feder probieren. Es gibt eine Druckerpresse, Eisstockschießen und Interviews mit regionalen Prominenten und Geflüchteten. Kurzfilme zur Reformation sind ebenso angedacht, wie gemeinsam Tanzen, neue und alte Thesen mit dem Reformator Luther persönlich bei Tischgesprächen diskutieren. Insgesamt werden in der Idsteiner Innenstadt knapp 40 Stände und Aktionen angeboten. Das ganze Programm findet man unter www.evangelisch-rheingautaunus.de.

Kindermusical in der Unionskirche und Luther-Bühne auf dem Löherplatz
In der dann wieder geöffneten Unionskirche gibt es ein musikalisches Programm, unter anderem um 13.30 Uhr und 15 Uhr ein von Dekanatskantor Carsten Koch und Pfarrerin Dr. Daniela Opel-Koch komponiertes Kindermusical."Kinder, Kirche, Kunst und Käthe oder Eine kleine Abendmahlsgeschichte." Das Drehbuch liest sich wie ein fröhlich-munteres Historiendrama. Graf Johannes und Herzog Wilhelm von Idstein sowie Luther treffen in der Idsteiner Unionskirche aufeinander. Mittendrin eine Evangelische Pfarrerin, die das Abendmahl an alle austeilt, egal welchen Alters, Geschlechts und welcher Konfession, sogar an Kinder, die große Augen machen und singen.

Luther-Rosenmontags Motivwagen als Bühne kommt aus Mainz
Bereits am Freitag wird der Luther-Motivwagen, der in diesem Jahr am Mainzer Rosenmontagszug teilnahm auf den Löherplatz fahren. Er dient dann als Bühne. Martin Luther und seine Frau Katharina werden ihn in Idstein höchstpersönlich in Empfang nehmen.

Union-Revival-Konzert mit „Idstock-Feeling“
Ab 16 Uhr trommeln am Samstag Trommler aus der Region die Menschen zum Union-Revival-Konzert zusammen, dass den Abschluss des Unionsfestes bilden wird. Unter dem Motto: Starke Lieder, die verbinden, Idstock statt Woodstock. „Weil kaum etwas besser verbindet als Musik, gibt es zum Jubiläum der Union ein Mitsing-Konzert mit den stärksten Songs der letzten zwei Jahrhunderte“, freut sich Pfarrer Fabian Vogt. „All das, was wir so gerne am Lagerfeuer schmettern - mit einer mitreißenden Band und viel Leidenschaft. Picknick-Decke nicht vergessen!"

Festgottesdienst
Am Sonntag findet dann um 10.30 Uhr ein Festgottesdienst in der Unionskirche statt, an dem Kirchenpräsident Dr. Volker Jung die Festpredigt halten wird. Er wird sich an den Predigttext orientieren, der vor 200 Jahren Grundlage des Festgottesdienstes zur Nassauischen Union war.

Festakt mit Alt-Bischof Axel Noack und Ministerpräsidentin Malu Dreyer
Auftakt macht Freitagabend (11. August) ein Festakt der EKHN, an dem unter anderem die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Kirchenpräsident Dr. Volker Jung teilnehmen. Die Festrede wird Alt-Bischof Dr. Axel Noack halten. Im Rahmen des Festaktes sollen dann auch die „Unionsfenster“ in der Unionskirche offiziell eingeführt werden.

Hintergrund Nassauische Union
Im August 1817 wurde in der Idsteiner Unionskirche so etwas wie ein „Konfessionsfriede“ zwischen Lutheranern und Reformierten geschlossen. Für die letzen Meinungsverschiedenheiten in Glaubensfragen konnte nach langen Ringen endlich ein Konsens gefunden werden. Dadurch war es beiden Konfessionen möglich unter anderem gemeinsam im Gottesdienst das Abendmahl zu feiern. Die „Nassauische Union“ stellt somit ein besonderes historisches Ereignis in der Weiterentwicklung des Protestantismus dar, weil sie die erste Union zwischen zwei Konfessionen in einem deutschen Flächenland war. Daraus entwickelte sich das Motto der 200 Jahr-Feierlichkeiten: Motto „Unterschiede überwinden – gemeinsam feiern.“
Aus heutiger Sicht ist es vielleicht nicht mehr so gut nachvollziehbar, dass das nicht möglich sein sollte, „aber das wäre ungefähr so, als würde man eingefleischten Fußballfans von Eintracht Frankfurt und und Darmstadt 98 bitten, im gleichen Block zu sitzen und die gleiche Mannschaft anzufeuern“, versucht Christian Weise vom Dekanat die damalige Stimmungslage zu erklären.


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