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Deutscher Evangelischer Kirchentag mit Losung „Soviel du brauchst“ beeindruckt Wiesbadener PDF Drucken E-Mail

 

 

Zum Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) in Hamburg (1.- 5. Mai) waren hunderte Wiesbadener Protestanten gereist. Die Vertreter und Vertreterinnen aus dem Evangelischen Dekanat Wiesbaden sah man an den zahlreichen Veranstaltungsorten:

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Transplantationsmediziner Professor Eckard Nagel im Hamburger Michel, Fotos: EKHN/Töpelmann

Am Abend des 1. Mai startete das Protestantentreffen mit Eröffnungsgottesdiensten auf dem Fischmarkt, am Strandkai, vor dem Rathaus und auf der Reeperbahn. Die Bischöfin in der Hansestadt, Kirsten Fehrs, rief auf der Bühne am Strandkai die Kirchentagsteilnehmer dazu auf sich zusammenzutun. Es gelte sich aufzurichten gegen abschätziges Reden von Rechts, gegen Kälte und Hass oder stampfende Nagelstiefel. „Was der Mensch zum Leben braucht -, ist doch Sinn“, sagte sie. Das Kirchentagsmotto „Soviel du brauchst“ ziele nicht auf Menge, Masse oder Macht. Es gehe vielmehr um Güte, Freundlichkeit, Sinn und Segen. „Es geht um Leben soviel du brauchst. Nimm es entgegen“, rief sie den Kirchentagsteilnehmern zu.

 

Steuerflucht muss aufhören
Kirchentagspräsident Professor Dr. Gerhard Robbers nannte das Motto des Protestantentreffens vor Pressevertretern eine zeitgemäße politische sowie kritische Aussage, die gleichzeitig hoffnungsvoller kaum sein könnte. „Sie zeigt, wie aktuell christlicher protestantischer Glaube ist“, sagte er. In Europa lebten die Menschen in einer Staatsschuldenkrise, in einer Wirtschaftskrise mit enormer Arbeitslosigkeit gerade bei Jugendlichen in vielen Ländern. Steuerflucht müsse aufhören. Der Kirchentag müsse fragen: „Was bedeuten Schuld und Vergebung in Zeiten von umstrittenen Bankengeschäften und Steueroasen“, fragte der Redner. Soviel du brauchst“, sei auch die Frage nach den Maßtäben der Wirtschaft und nach ethischen Grundsätzen. Es gelte das richtige Maß zu finden und die Gesellschaft zu bewegen, ihre Maßlosigkeit zu erkennen. Jede und jeder müsse sich selbst fragen – was er brauche.


 

„Da bin ich“
Bundespräsident Joachim Gauck begrüßte die Kirchentagsbesucherinnen und -besucher nach dem Gottesdienst mit einem einfachen „Hier bin ich“. Es sei denen, die sich auf dem Kirchentag treffen, ernst, sagte Gauck. Es gehe ihnen darum, Verantwortung zu übernehmen. Dabei sei entscheidend, wofür sich die Menschen einsetzten. Von der Verantwortung des Einzelnen hänge nicht alles ab in den gesellschaftlichen Verkrampfungen des Lebens. Entscheidend nannte er die Frage: Was machen wir aus den Gaben für diese Welt? Die Rede des Bundespräsidenten wurde mit großem Beifall aufgenommen.
Zum Gottesdienst hatten die Veranstalter ein überlebensgroßes Maskottchen „Dundu“ auf die Bühne und durch die Reihen laufen lassen. Es symbolisierte mit Gesten Hinschauen und Mitfühlen, Güte und Freundlichkeit.

Pressesprecher Roger Töpelmann war Teil des Teams im Pressebüro des DEKT. Aus einer Bibelarbeit berichtete er:
 

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Wolfgang Huber – seine Frau Kara las Bibeltexte, Fotos EKHN/Töpelmann

Huber: Geistig so viel bekommen, wie der Einzelne braucht
Die Halle B7 ist schon vor Beginn der Bibelarbeit mit Wolfgang Huber überfällt. Der ehemalige Berliner Bischof steht neben der Bühne und lächelt. Er hat seine Frau Cara mitgebracht, die heute die Bibeltexte lesen wird. Die Moderatorin zählt die lange Reihe der Funktionen des früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland auf, zuletzt nennt sie gar eine Auszeichnung: Huber ist Träger des Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband. Die Besucher in der Halle sind amüsiert.
Der einstige Theologieprofessor lobt die Bibelarbeiten als eine großartige Chance, auch geistig so viel zu bekommen, wie der Einzelne braucht. Nahrung für unseren Glauben, Stoff zum Nachdenken, sagt Huber – über den Tag hinaus.
Dann führt der am hellblauen Pult Stehende die Kirchentagsbesucher- und besucherinnen ins Gleichnis „Von der bittenden Witwe“, die ihr Recht sucht, im Lukasevangelium ein. Nachdem seine Frau den Text gelesen hat, bietet er kurz darauf noch eine andere Übersetzung an. Die seines langjährigen Bischofskollegen Christoph Köhler, dem Neutestamentler. Mit ihm habe er über sechs Jahre den Rat der EKD geleitet, fügt Huber hinzu und zeigt damit: Er weiß Menschen einzubinden, zu würdigen. Darin ist er wohl genial.
Dem Bibelausleger müssen die etwa 800 Teilnehmenden in der großen Halle schon genau zuhören. Denn schnell rückt er in einen seiner Sätze ein, dass die im Gleichnis geschilderte Situation der Frau sich nicht völlig von dem gesellschaftlichen Rang von alleinstehenden Frauen heute unterscheidet: „Das trifft nicht nur auf die antike Gesellschaft zu“, sagt Huber. Das Muster wirke sich bis heute aus, auch wenn es „auf dem Papier“ durch die Gleichberechtigung von Mann und Frau überwunden sei.
Der Theologe lässt es sich nicht nehmen, Kritik an aktuellen Vorgängen zu üben. Fairness in Gerichtsverfahren sei auch heute schwer. Im NSU-Verfahren in Mönchen fange das schon bei der Zuteilung von Berichterstatter-Plätzen an. Das Gericht, so Huber, habe sich hinter ein Losverfahren zurückgezogen, das neue Fragen aufwerfe.
Zum Schluss zieht Huber aus dem Gleichnis noch einige Antworten für heute: Für Christen komme Kapitulation vor der Angst und die Preisgabe der Hoffnung nicht in Frage. Stets gelte es, Gottes Parteinahme für die Armen einzufordern. Dann lasse sich auch nicht akzeptieren, dass die Einkommen für einige wenige immer astronomischere Höhen erreichten. „Ohne eine bewusste Umorientierung wird das nicht gehen“, sagt Huber zum notwendigen Umdenken. Und: Die Kirchen können vorangehen.

Ohne Pfadfinder nicht zu denken
Der Dotzheimer Matthias Kosmehl ist Heliand-Pfadfinder aus der Paul-Gerhardt-Gemeinde und wurde als Hallenleitung auf dem Hamburger Messegelände eingesetzt. 15 weitere Wiesbadener Helfer beteiligten sich an den Ordnungsdiensten. Eine wichtige freiwillige Arbeit. Kosmehl, der in Marburg Evangelische Theologie und Geschichte studiert, musste bei 3700 Posaunen- und Trompetenbläsern für geordneten Ablauf sorgen. Die Posauenchöre probten für den Abschlussgottesdienst an der Bühne im Stadtpark der Hansestadt. Dem jungen Mann gefällt, dass er hier Pfadfinder aus ganz Deutschland getroffen hat.

Lärm bleibt Thema
Propst Dr. Sigurd Rink hat einen Auftritt im sogenannten „Anti-Lärmhaus“ des Kirchentages. In einer Diskussionsrunde berichtet er über die Lärmereignisse durch Güterzüge der Deutschen Bahn im Rheingau und am Mittelrhein. In kurzen audiovisuellen Sequenzen können Besucher im Anti-Lärmhaus erfahren, dass Züge und Flugzeuge eine außerordentliche Lärmquelle sind. Der Propst setzt sich schon über Jahre für weniger Fluglärm über Hochheim, Flörsheim, Massenheim und Wicker ein, unter anderem im Evangelischen Flughafenforum, einem Gremium gegen den Lärm. Im Rheintal, das ebenso zur Propstei Süd-Nassau gehört, unterstützt Rink mehrere Bürgerinitiativen.
Begegnungen
Der Wiesbadener Gospelchor Xang unter Leitung von Gerhard Müller hatte drei Auftritte: In der Christengemeinde Elim führten die Sängerinnen und Sänger bei „Close to You“ modernen Gospel vor. Aufführungen in einer Kirche in den Stadtteilen Ottensen und Hamm folgten.
Ulrich Kind, Kirchenvorsteher in der Dotzheimer evangelischen Kirchengemeinde, ist erstmalig auf dem Kirchentag. Er freut sich über die zahlreichen Begegnungen und hofft auf Anregungen für seine Kirchengemeinde.
Sozialpfarrer Dr. Christian Fischer kann einen besonderen Erfolg zum Kirchentag verbuchen: 180 Mitfahrer gewann er für die gemeinsame Busreise in die Hansestadt.

 

 
Wer sein Leben aktiv führt, will bis zuletzt Regisseur bleiben PDF Drucken E-Mail

Vortragsreihe der Evangelischen Stadtakademie endete


Wiesbaden, 6. Mai 2013. Die Station B 32 „Palliativmedizin“ an den Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) in Wiesbaden riecht kaum nach Krankenhaus. Auch habe die Ärztin bei der Visite kein einziges Mal auf ihre Uhr geschielt. Mit hohem Lob von Patienten leitete Moderatorin Dr. Ina Claus den letzten Vortrag (am 6.5.) in der Reihe der Evangelischen Stadtakademie Wiesbaden „Baustelle Mensch - Ebenbild Gottes“ ein, der im Titel fragte: Palliativmedizin – Katalysator einer anderen Medizin?

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Majestätische Klänge und „tanzende“ Pfeifen PDF Drucken E-Mail

Furioses Konzert mit Hans Uwe Hielscher und Thomas J. Frank zum 150. Geburtstag der Marktkirchenorgel

Foto:
Staatsminister Axel Wintermeyer (Mitte) gratuliert den begeistert gefeierten Künstlern des Jubiläumskonzertes Thomas J. Frank und Hans Uwe Hielscher. Foto: Werner  

„Eine Sternstunde. Das war 3D für die Ohren!“ Kaum war der letzte Ton von Ravels „Bolero“ in der Orgel-Bearbeitung von H. U. Hielscher verklungen, hielt es das gebannt lauschende Publikum nicht mehr auf den Bänken. Ein regelrechtes Applausgewitter wurde im Nassauischen Landesdom den beiden Marktkirchen-Kantoren Hans Uwe Hielscher und Thomas J. Frank gespendet, durchsetzt mit „Bravo“-Rufen.
Das Jubiläumskonzert zum 150 Geburtstag der fulminanten Walcker-Orgel, mit ihren 6198 Pfeifen die größte Kirchenorgel der EKHN und schon von Max Reger wertgeschätzt, war ein lang nachhallendes Vergnügen. Die monumentale Orgel ließ, frisch gestimmt, „Gottes Stimme auf Erden“ ertönen.

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Ohne Wiederkehr nach Wiesbaden PDF Drucken E-Mail

Lutherkirchenkonfirmanden zeigen Erinnerungsblätter an jüdische Bürger der Stadt

Wiesbaden, 26. 4. 2013. Die Konfirmanden und Konfirmandinnen der Lutherkirchengemeinde in Wiesbaden sind Heranwachsende wie andere: Sie tragen Klamotten der Kultmarke Hollister oder fallen durch lange Haare auf. Vor  der Taufkapelle der Lutherkirche zeigten die Jugendlichen zwischen 13 und 14 Jahren jüngst aber ein besonderes Engagement für eine historisch schreckliche Zeit. Sogar Zeitungsredaktionen und Gemeindeglieder hatten sie zur Vorstellung der Erinnerungsblätter an die jüdischen Wiesbadener Bürger Moritz und Grete Rosenau sowie Regina Beck geladen.

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Kreative Talente nutzen und Gutes tun PDF Drucken E-Mail

Dank-Gottesdienst der Zehn-Prozent-Aktion in der Kirche Wiesbaden Nordenstadt mit Pfarrerin Bea Ackermann 

Scheckübergabe, Foto: G. Werner

„Uns ist viel anvertraut“. Die „Aktion Zehnprozent“ unter Schirmherrschaft on „Brot für die Welt“ ist ein Erfolgsmodell – und das schon seit 1968. Im gut besuchten Dankgottesdienst am Sonntag Cantate in der evangelischen Kirche Wiesbaden-Nordenstadt konnte Pfarrerin Bea Ackermann die stolze Summe von 120.000 Euro verkünden, die inklusive 44.000 Euro Basisanteil von „Mister Zehnprozent“ in der Saison 2013 an Hilfsprojekte vergeben werden.

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